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Funktionelle Gebrauchsgrafik und visuelle Kommunikation


Mit 21 Jahren beginnt Anton Stankowski 1927/28, sachlich-funktionale Montagen von Typografie und Fotografie in konstruktiver Anordnung für Werbezwecke zu gestalten. Von Anfang an nutzt er die damals neuen Sichtweisen der Fotografie und gehört hier zu den Pionieren des „neuen Sehens” Bei der Gestaltung von Warenverpackungen, Werbeblättern und Inseraten für die Lebensmittel-Handelskette „Hill”. 1929 setzt er erstmals die Akzident Grotesk als Standardschrift ein und trägt damit entscheidend zum bis heute erfolgreichen Wiedereinsatz dieser sachlichen Schrift-Type bei.

Parallel entstehen für den Büromöbelhersteller „Fortschritt” innovative Gestaltungen, darunter Briefbögen mit asymetrischer Foto-Typo-Montage, die den Weißraum-Einsatz der Gebrauchsgrafik nach dem zweiten Weltkrieg vorwegnehmen. Ende 1929 beginnt Stankowski bei der Zürcher Werbeagentur Max Dalang und wird dort zum eigentlichen Anreger und ersten Praktiker der sachlichen Schweizer Gebrauchsgütergrafik. Die seriellen und exakt berechneten Formen, die Stankowski in Zürich bis 1934 für Werbe- und Informationsaufgaben entwickelt, beeinflussen darüber hinaus die konstruktive und konkrete Kunst, mit deren Zürcher Protagonisten Richard Paul Lohse und Max Bill Stankowski vielfältig verbunden ist. Ein kompromisslos sachlich-moderner Gestalter bleibt Stankowski auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1934, wenn er etwa für die Gestaltung von Hülsenfruchtverpackungen 1938 Fotogramme einsetzt.

In seinen Nachkriegsarbeiten erweitert Stankowski die sachliche Gebrauchsgrafik zur visuellen Kommunikation. Zahlreiche Wort- und Bildmarken entstehen im größeren Kontext von Firmengesichtern. Mitte der fünfziger Jahre wird aus dem Autorengrafiker der Atelierleiter Stankowski, die umfangreichen Aufträge erfordern einen Zuwachs an Mitarbeitern. Doch nicht quantitative, sondern qualitative Steigerung ist Stankowskis Anliegen: So beginnt 1965 mit der „Viessmann”-Wortmarke eine erste Corporate-Design Gestaltung für Investitionsgüter, die im internationalen Kontext gattungsprägend wird. Mit ebensolchem Einfluss auf die weltweite grafische Kommunikation folgt die Entwicklung des Berlin-Layouts (vorgestellt 1968) als komplexem System öffentlicher Grafik.

1972 kommt Karl Duschek zunächst als Mitarbeiter in das Atelier. In ihm findet Stankowski den Idealpartner für große Aufgaben wie die Entwicklung des Erscheinungsbildes der Deutschen Bank, das Duschek nach Stankowskis Signetentwurf 1974 konzipiert und im Atelier realisiert. Dieses Erscheinungsbild wirkt vorbildlich für den Finanzdienstleistungsbereich und findet weltweit zahlreiche Nachahmer.

Jörg Stürzebecher

 

Logo
Deutsche Bank
1974

 

Der Abdruck/Wiedergabe der Abbildungen und Texte ist nur mit Genehmigung der Stankowski-Stiftung möglich.
© Stankowski-Stiftung

 

Sulzer,
Prospektumschlag
1933

 

Schutzmarke,
Süddeutscher Rundfunk
1954