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Stefan Moses

Ehrenpreis der Stankowski-Stiftung
2001 an Stefan Moses

Der Fotograf Stefan Moses erhielt für sein Lebenswerk den mit etwa 60.000 Mark dotierten Ehrenpreis der Stankowski-Stiftung.

Stefan Moses ist ein Fotokünstler, der – wie auch Anton Stankowski selbst – nie einen Unterschied gemacht hat, ob er für einen Auftraggeber oder frei arbeitet.

Die Auszeichnung bestand aus der finanziellen Unterstützung einer Ausstellung mit begleitender Publikation im Münchner Stadtmuseum (11.12.02 – 23.02.03), das seit 1995 das Archiv von Stefan Moses verwaltet.

Weitere Ausstellungsort sind: Kunsthalle Kiel, Willy Brandt-Haus Berlin, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kunstverein Ludwigshafen, Stadtmuseum Münster, Staatliche Moritzburg Halle, Deutsches Hygiene-Museum Dresden u.a Stefan Moses, 1928 im schlesischen Liegnitz geboren, gehört zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Photographen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben seinen Reportagen für Zeitschriften wie Das Schönste, Revue, magnum und seit 1960 für den Stern reüssierte er insbesondere durch seine freien Projekte, in denen er Konzept- und Lifephotographie zu einer charakteristischen Bildsprache verband. Dem Porträt als photographische Gattung und gleichzeitig als facettenreiches psychologisches Abbild der deutschen Gesellschaft blieb er bis heute treu. „Deutschland und die Deutschen” wurde schließlich zu seinem Lebensthema. Seine großangelegten Bildzyklen spiegeln die soziale und kulturelle Entwicklung der Bundesrepublik wider, insbesondere das Projekt „Ostdeutsche Porträts” aus den Jahren 1989 und 1990 kann als wichtigste photographische Arbeit über den Prozess der deutschen Wiedervereinigung angesehen werden.

Die Liste der von Moses Porträtierten liest sich wie ein who is who der deutschsprachigen Geistes- und Kulturelite: Theodor W. Adorno, Ingeborg Bachmann, Ernst Bloch, Heinrich Böll, Willi Brandt, Otto Dix, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Günter Grass, Walter Jens, Erich Kästner, Thomas Mann, Ludwig Meidner, Bernhard Minetti, Alexander Mitscherlich, Carl Orff, Botho Strauß, Martin Walser, Peter Zadek u.v.a.m. Aber auch unbekannte Bürger in Ost- und Westdeutschland wurden von Moses vor einem mitgeführten grauen Filztuch porträtiert. Seit photographischer Blick auf die Zeitgenossen ist sensibel, neugierig und forschend.

Die Vielseitigkeit der dokumentierten Zeitereignisse und der porträtierten Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Deutschland ist ohne Vergleich. Seine befreundeten Kollegen vom Stern, beispielsweise Robert Lebeck, Thomas Höpker oder Max Scheler, waren – insbesondere in den sechziger Jahren – eher mit Bildreportagen im Ausland beschäftigt. Moses dagegen war – neben Reisen nach Südamerika, Australien, Israel oder innerhalb Europas – am liebsten in Deutschland, dem „interessantesten Land der Welt” (Moses), unterwegs.

Vielfach ausgezeichnet, ausgestellt und publiziert, zählt dieses konstante Bildwerk auch international zu den herausragenden Erscheinungen der deutschen Fotografie nach 1945.

Biografie Stefan Moses

1928
Im niederschlesischen Liegnitz geboren

1937–43
Zwinger-Gymnasium in Breslau

1943
Beginn der Fotografenausbildung in Breslau

1944–45
Zwangsarbeiterlager Ostlinde und Grünberg

1947–50
Theaterfotograf am Nationaltheater in Weimar

1950
Übersiedlung nach München, wo er als Bildjournalist arbeitet

1960–68
Reportagen für den „Stern”

ab 1968
freie Projekte und Bücher

1990
David-Octavius-Hill-Medaille der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner

1991
Kultureller Ehrenpreis der Stadt München

1994
Mitglied der Akademie der schönen Künste in München

 

Bibliografie

Manuel
(Wegner, Hamburg 1967)
Transsibirische Eisenbahn
(Prestel, München 1979)
Deutsche
(Prestel, München 1980)
Abschied und Anfang – Ostdeutsche Porträts
(Hatje Cantz, Ostfild. 1991)
Jeder Mensch ist eine kleine Gesellschaft
(Prestel, München 1998)
DDR – Ende mit Wende
(Hatje Cantz, Ostfild. 1999)


© des Fotomotives bei Stefan Moses
Der Abdruck des Bildes ist nur im Zusammenhang mit dem Preis der Stankowski-Stiftung honorarfrei.